Thomas-Nast Preisträgerin, Ann Telnaes aktuell: Ihre Arbeiten erscheinen auf Demonstrationen und Protesten in den USA, oft als Plakate getragen von Menschen, die für ihre Überzeugungen eintreten.
Wenn politische Cartoons ein Echo der Zeit sind, dann schwingt Ann Telnaes’ Feder besonders laut mit. Als eine der bedeutendsten politischen Karikaturistinnen schafft sie es, komplexe gesellschaftliche Spannungen in klaren, pointierten Bildern zu bündeln – solche, die Menschen bei Protesten und Demos in den Händen halten, während sie für ihre Überzeugungen auf die Straßen gehen.
Gerade in den letzten Jahren standen ihre Zeichnungen nicht nur in Zeitungen, sondern buchstäblich in den Händen des Volkes: Plakate bei Demonstrationen in den USA, die für Demokratie, Menschenrechte und Meinungs‑ und Pressefreiheit stehen.
Die Verleihung des Thomas‑Nast‑Preises 2025 an Telnaes würdigt genau dieses Wirken: Künstlerische Schärfe gepaart mit gesellschaftlicher Relevanz. In Landau wurde sie für ihren Mut und ihre Klarheit ausgezeichnet. Ganz im Sinne von Thomas Nast, dem großen Pionier der politischen Karikatur.
Dabei geht es bei Telnaes nie um bloße Pointen, sondern um Haltung: Ihre Arbeiten werfen Fragen auf und fordern zum Nachdenken heraus. In den USA gewann sie mehrfach den renommierten Pulitzer‑Preis, zuletzt 2025, was ihre Bedeutung für den demokratischen Diskurs unterstreicht.
Ein charakteristisches Bild ihrer Arbeit ist die Art, wie sie scheinbare Absurditäten der Politik entlarvt, bis sie uns den Spiegel vorhalten. In einer Zeit, in der Medien, Macht und Demokratie ständig neu verhandelt werden, ist das nicht nur Kunst, das ist ein Beitrag zur Gesellschaft. So mutig und klar wie Thomas Nast vor 150 Jahren, so mutig und klar ist heute Ann Telnaes.








